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Haushaltwerbung auf neuen Wegen/Teil 2 „Die maschinelle Konfektionierung“
 
 
Die V-förmig aufgefächerten Trägerprodukte Quelle: Werbe Vertrieb Saar GmbH
Die V-förmig aufgefächerten Trägerprodukte Quelle: Werbe Vertrieb Saar GmbH
Die Anforderungen an das Medium Haushaltwerbung vonseiten der Werbetreibenden sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Der Branchenverband der deutschen Zustellunternehmen, der WVO (Werbe-Vertiebs-Organisationen Verbund e.V.), nimmt die verstärkten Forderungen nach noch mehr Qualität und noch mehr Qualitätskontrollen zum Anlass, um in einer Serie über Initiativen der eigenen Mitglieder zur Steigerung der Verteilqualität zu berichten. Ein Beispiel ist die Werbevertrieb Saar GmbH, die mit der Einführung einer maschinellen Konfektionierung einen neuen Weg zu einem verbesserten Leistungsangebot eingeschlagen hat.

Abb. 1: Die Maschine fächert das Trägermedium V-förmig auf und befördert es weiter zu den 20 Prospektanlegern. Dort werden die Prospekte nacheinander eingelegt. Ein Kontrollmechanismus überprüft den Vorgang und sorgt dafür, dass ein Prospektanleger erneut angesteuert wird, falls beim ersten Mal ein Prospekt vergessen wurde.

Abb. 2: Ist das Trägerprodukt korrekt befüllt, wird es von einem Transportband mit Greifern weitergeleitet zur Übergabeeinheit. Auf dem Weg zur Verpackungseinheit wird jede einzelne Hülle durch Fotozellen auf ihren korrekten Zustand hin überprüft.
Transportband mit Greifern Quelle: Werbe Vertrieb Saar GmbH
Transportband mit Greifern Quelle: Werbe Vertrieb Saar GmbH
Anfang 2005 stellte die Werbevertrieb Saar GmbH die Prospektbestückung des Anzeigenblattes „Die Woch“ von der manuellen Konfektionierung auf die maschinelle Konfektionierung um. „Durch die Investition in eine Einsteckstraße (Müller Martini SLS 3000) war es möglich, das gesamte Produktionsvolumen maschinell zu konfektionieren;“ erläutert Günter Österreicher, Verkaufsleiter der Werbe Vertrieb Saar GmbH und Vorstandsmitglied des WVO. Voraussetzung für die Anschaffung der Einsteckstraße sei die Etablierung eines attraktiven Trägerproduktes – in diesem Fall „Die Woch“ – gewesen. So konnte eine Doppelstrategie aus Verbesserung des Verteilproduktes und des Verteilprozesses verfolgt werden.

Kontrollierter Ablauf bis hin zur Verpackungseinheit
Bei der maschinellen Konfektionierung werden die Prospekte sortiert und kontrolliert in das Trägermedium eingelegt: An der Einsteckstraße wird „Die Woch“, die später die Prospekte umschließen wird, vom Hauptanleger stückweise entnommen und V-förmig aufgefaltet. Die aufgefächerten Trägerprodukte (Abb. 1) werden dann weitertransportiert zu den 20 Prospektanlegern, an denen die unterschiedlichen Prospektstapel bereit liegen. Hier werden die verschiedenen Prospekte nacheinander durch Saugvorrichtungen in das Trägerprodukt eingelegt. Kontrollanzeigen halten den Vorgang exakt fest. Abweichungen werden durch nochmaliges Passieren der betroffenen Anlegerstelle korrigiert. Ist das Trägerprodukt korrekt befüllt, wird es weitergeleitet zur Übergabeeinheit. Auf dem Weg zur Verpackungseinheit wird jede einzelne Hülle durch Fotozellen auf ihren korrekten Zustand hin überprüft. Die Endprodukte werden nun gebündelt, je nach Gewicht in Pakete mit 15 Hüllen bis zu 200 Hüllen. Zuletzt wird noch ein Paketzettel ausgedruckt, damit der Fahrer erkennen kann, an welche Adresse bzw. Abladestelle die Produkte geliefert werden.

Vorteile der maschinellen Konfektionierung
„Prospekte werden teuer hergestellt. Es fallen Design-, Text-, Druck- und Lieferkosten an, da wollen die Kunden auch die Sicherheit haben, dass sie korrekt verteilt werden;“ so Günter Österreicher. „Der maschinelle Produktionsprozess bringt den Werbetreibenden eine hohe Garantie, dass die Prospekte auch sorgfältig eingelegt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Zeitungen, die von der Maschine nicht zu 100% konfektioniert werden, gegen 0% geht.“ Jede Abweichung würde erfasst und aussortiert. Nicht nur die Anzahl der eingelegten Prospekte ließe sich durch die Maschine exakt kontrollieren und bei Bedarf korrigieren, auch die Qualität im Sinne einer ordentlichen Prospektbestückung werde überprüft und sichergestellt. Darüber hinaus bringe die maschinelle Konfektionierung mehr Transparenz, da der gesamte Prozess kontrolliert und dokumentiert ablaufe. Hinzu käme noch ein zeitlicher Vorteil, denn die Prospekte könnten deutlich später angeliefert werden: „Musste das zu verteilende Material fürs Wochenende früher noch bis spätestens Mittwoch 12.00 Uhr angeliefert sein, reicht es jetzt aus, wenn die Prospekte am Donnerstagvormittag eintreffen.“

Der WVO sieht in der maschinellen Konfektionierung einen von vielen Wegen, die zu einer verbesserten Verteilqualität führen. „Eine maschinelle Konfektionierung von A bis Z, wie sie die Werbe Vertrieb Saar GmbH eingeführt hat, ist nur dann sinnvoll, wenn man ein Trägermedium hat. Wer Prospekte direkt in die Briefkästen zustellt, der ist nach wie vor auf Handarbeit angewiesen und da greifen andere Kontrollmechanismen wie Sichtkontrollen, Callcenter- und Vorortbefragungen, deren Handhabe innerhalb des Verbands durch regelmäßige Qualitätsprüfungen sichergestellt wird.“ Ergänzt Armin Fay, Vorstandsvorsitzender des WVO.
 
   
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